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Für die Trauer blieb zunächst keine Zeit, denn Moritz brauchte unbedingt eine Gefährtin, bevor er sich wieder auf mich konzentrierte. Still begrub ich Maxi mit ihrem Ei in einer Blumenschale auf der Dachterrasse. Sie sollte unvergessen bleiben. Noch heute sitzen mir die Tränen locker, wenn ich an sie denke oder wie jetzt... von ihr erzähle... oder mir ihre Bilder anschaue.

Doch das Leben musste Moritz zu Liebe weitergehen. Es sollte so schnell wie möglich wieder eine Kathi-Dame bei uns einziehen, am besten in seinem Alter, was nicht gerade einfach werden würde. Schließlich war Moritz schon im Erwachsenenalter... da konnten wir ihm kein "junges Huhn" präsentieren.

Auf Siggis Seite studierte ich die Züchterliste. Hoffnungsvoll hingen wir uns ans Telefon und fanden prompt einen Züchter im hessischen Dreieich, ganz in unserer Nähe. Er hatte seine Zucht aus Altersgründen aufgegeben, aber nach seinen Angaben tummelten sich noch vier "herrenlose" Kathi-Weibchen im Alter zwischen drei und vier Jahren in seiner Voliere. Prima... das war genau die richtige Adresse! Wir machten einen Termin für den nächsten Tag aus, einen Samstag... gegen Spätnachmittag sollten wir da sein.

Der "Kathi"-Züchter besaß eine riesige Volierenanlage, es waren bestimmt mehr als zwanzig Einzelvolieren, die zum größten Teil im Freien standen. Die Vögel hatten jedoch die Möglichkeit, sich in eine Innenvoliere zurückzu-ziehen. In früheren Jahren hatte er viele Arten von Sittichen und Amazonen gezüchtet... aber jetzt saßen in seiner Volierenanlage nur "Übriggebliebene".

Die Kathi-Mädels, ein gelber, ein blauer und zwei wildfarbene - also grüne(!)  Kathis- waren qietschfidel und sehr lebhaft. Ihr Gefieder glänzte und alle-samt sahen sie sehr gesund aus. Oje... jetzt sollte gerade ich einen dieser wunderschönen Vögelchen "auswählen"? Ausgerechnet ich?

Na gut, die gelbe und die blaue Kathidame schieden von vornherein aus... Moritz war ja an eine "grüne" Gefährtin gewöhnt. Das machte es etwas leichter...

Aber welcher von den zwei Grünen sollte es sein? Mir wäre es am liebsten gewesen, der kleine Witwer hätte sich seine Herzdame selbst aussuchen können. Von "Zwangsvermählungen" halte ich persönlich nicht viel... wir Federlosen möchten uns doch auch "verlieben" und keinen "passenden" Partner zugeordnet bekommen, nicht wahr?

Aber jetzt stand ich nun mal hier vor der Voliere und musste eine Ent-
scheidung treffen... Der Züchter hatte die Kathis vorsichtig an das Gitter gescheucht. Nun saßen die vier direkt vor mir... wie die Hühner auf der Stange... also los... gelb... nein... obwohl, hübsch ist sie schon... blau... nein... das geht nicht, blau kennt Moritz nicht... aber welcher von den grünen? Es fiel mir unheimlich schwer...

Und hoffentlich waren es wirklich "Mädels"... ich versuchte krampfhaft zu erkennen, ob die Grünlinge auch wirklich kein schwarzes Schwanzspitzchen hatten (das einzige mir augenscheinlich bekannte "Erkennungsmerkmal" für Kathi-Hähne). Eine schwierige Situation, es war Mitte Oktober, es wurde schon langsam dunkel und die Voliere hatte keine Außenbeleuchtung.

In meiner "Verzweiflung" fragte ich in die Runde: "Na... und wer von euch will jetzt mit nach Bayern?" Einer der grünen Kathis quiekte vergnügt los... so, als wollte er mir eine Antwort geben... Mir fiel ein Stein vom Herzen.
Diese Entscheidung war mir abgenommen!

Der Züchter fing die kleine vorlaute Kathidame mit dem Kescher ein und trug sie behutsam in seiner großen Hand (!) ins Wohnhaus... Wir folgten ihm aufgeregt. Im Wohnzimmer angekommen, wollte er die Ringnummer auf-schreiben... konnte die Zahlen aber nur schwer erkennen. Ich bot mich an, ihm diese Arbeit abzunehmen - er rieb den kleinen Vogel nochmal liebevoll an seinem Bart... dann übergab er ihn mir. Ein Wahnsinnsgefühl... sooooo flauschige Federn! Jesses, war der goldig!

Als ich den kleinen Kerl auf den Rücken drehte, um die Ringnummer abzu-lesen, wurde ich stutzig. He, he... das war aber kein Mädel! Das war wirklich ein "Kerl"! Hier im Wohnzimmer, im Schein der Wohnzimmerlampe waren die prachtvollen schwarzen Schwanzfedern nicht zu übersehen. Ich sprach den Züchter darauf an, dass ich bei einer Henne noch niemals so ein schwarzes Schwänzchen gesehen hätte, aber er lachte nur und meinte: "Die sehen alle so aus" und "Der hat schon Eier gelegt". (Wie bitte? Der?) Allerdings bot er uns an, den Kathi wieder "umzutauschen", falls die Zusammenführung nicht klappen sollte.

Aber das lehnte ich entschieden ab. Einen Umtausch-Kathi würde es bei mir nicht geben. Denn in dem Moment, als ich das kleine Federknäuel in meinen Händen hielt, floss bereits meine ganze Liebe. Diese Kathis... sie erobern Herzen im Sturm!

Also zog der kleine wildfarbene „Hesse" mit rotem Ring aus 2001, bei uns ein. Wir suchten nach einem "passenden" Namen, was gar nicht so einfach war. Doch plötzlich - als er wieder mal so drollig guckte, schoss mir "Sammy" durch den Kopf.

Ist er nicht zu niedlich? Trotz seines "Alters" hatte er noch ein richtiges Babygesicht (hat er übrigens heute noch!)

Sammy kam, sah und siegte!


Zuhause angekommen, floss auch bei Sammy die Liebe. Als er den schönen Moritz mit seinen gelben Lidschatten sah, war es um ihn geschehen und er kletterte wie narrisch an den Gittern des Transportkäfigs rauf und runter. Wir konnten das nicht lange mitansehen und entschieden spontan, die einstweilige Quarantäne aufzuheben und setzten Sammy noch am selben Abend zu Moritz. Dieser guckte erst mal ganz dumm aus der Wäsche.

Jetzt wurde es spannend! Wie würden die beiden Männer sich verstehen? Gottlob, es dauerte nur wenige Tage (und wenige Auseinandersetzungen), dann hatte Sammy den dicken Moritz als das Alpha-Tier bzw. den Hausherrn anerkannt. Treu ergeben folgte er ihm fortan auf Schritt und Tritt. Zum Glück machte sich Sammy nichts daraus, wenn Moritz mich ab und zu anhimmelte. Hauptsache, er kam immer wieder zu ihm zurück.

Mit dem Kraulen dauerte es allerdings eine Weile. Jeder der beiden Männer hielt dem anderen den Kopf hin, doch keiner machte den Anfang, den anderen zu kraulen. Echte Machos halt!

Echte Männer kraulen nicht... die lassen kraulen!


Bald jedoch brach das Eis und fortan herrschte traute Zweisamkeit in der Männer-WG, um nicht zu sagen, Harmonie pur. Und Moritz entwickelte sich zum ausdauernden Krauler...

Hmmm... der Sammy riecht aber gut...


Nie und nimmer hätte ich gedacht, dass sich zwei Jungs so gut verstehen können (schon gar nicht nach den Attacken der "Mondsüchtigen").

Es gab weder Rangeleien um das Futter oder den Obstspieß, noch gab es Raufereien um den Schlafplatz. Wenn Moritz vom Apfel fressen wollte, an dem Sammy zuvor genagt hatte, ging dieser einen Schritt zu Seite und beschäftigte sich mit der Karotte. Und wenn Sammy im Schafhaus rechts sitzen wollte, wechselte Moritz eben auf die linke Seite.

Wir sind echte Kumpels, das sieht man gleich, nicht wahr?


Als wir Sammy damals mitnahmen, obwohl wir wussten, dass er ein süßer kleiner Junge ist und kein Mädel, gingen wir volles Risiko ein, denn es hätte ja noch schlimmer kommen können.

Ich hab's so gehofft, ich hab's mir so gewünscht, dass es gut geht... und ich hab Glück gehabt. Wir alle haben Glück gehabt. Und dafür bin ich dankbar. Unendlich dankbar.

Manchmal denke ich, dass Sammy bestimmt einen "Kulturschock" erlitten hat, als er aus seiner hessischen Großraumvoliere in eine bayerische Dach-geschosswohnung kam. Mittlerweile bin ich sicher, dass ihm nichts Besseres hätte passieren können, außer - in Freiheit zu leben...

Wie dem auch sei, die beiden "verrückten grünen Jungs", wie ich sie nur zu gerne nenne, bereiten uns tagtäglich Freude. Immer wieder überraschen sie uns mit ihren Possen und lassen sich etwas einfallen, um uns zum Lachen zu bringen.

Was mich jedoch am meisten fasziniert, ist diese anhaltende Harmonie - jetzt schon seit mehr als zwei Jahren. Die Liebe und Zärtlichkeit zwischen den beiden ist für mich so unfassbar... so "unglaublich", dass wir die beiden verrückten Jungs in die "Unglaublichen" getauft haben. Die beiden grünen Federknäuel leben uns Federlosen den Frieden auf Erden vor. Jeden Tag aufs neue.

Nach der erfolgreichen Zusammenführung gab es trotzdem Zeiten, in denen ich mir Sorgen um Moritz' Liebesleben gemacht habe... schließlich waren er und Maxi ein echtes Paar gewesen... und dann hole ich ihm einen "Kerl" in Haus und bringe ihn um sein ganzes Vergnügen... Lacht nicht, denn aus der "Mannerfreundschaft" bzw. "Männer-WG" wurde allmählich eine echte Liebesbeziehung (mit allem Drum und Dran *kicher*).

Auch in einem Schwarm kann es vorkommen, dass sich gleichgeschlechtliche Paare bilden... es ist also nichts Ungewöhnliches. Vielleicht war es so etwas wie "Bestimmung", denn bei Moritz und Sammy scheint es so, als hätten sie sich gesucht - und endlich gefunden!

                                               ***

Die Fortsetzung der Lovestory folgt... auf den nächsten Seiten!